„I see you“

 

Hast du schon mal bewusst darauf geachtet, wie du Menschen begegnest?

Wie du sie siehst?

 Vielleicht ist dir schon mal aufgefallen,

dass du dich kurz nachdem du jemanden getroffen oder kennengelernt hast,

schon gar nicht mehr weißt, wie sie genau aussah oder wie er gekleidet war.

 

Wie genau nimmst du deine Mitmenschen wahr?

Was fragst du dich, was sind deine Checkpunkte, wenn du Menschen triffst?

Was siehst du?

 

Siehst du wie groß jemand ist?

Ob er schöne Haare hat?

Ob die Kleidung schön ist?

Siehst du was für Schmuck sie trägt?

Achtest du auf das Handy?

Auf Statussymbole?

 

Checkst du, ob deine Kriterien für Schönheit erfüllt werden?

Ob sich die Stimme komisch anhört?

Ob jemand zu laut oder zu leise ist?

 

Achtest du darauf, ob der Andere immer deiner Meinung ist?

Checkst du die Frisur oder die Nägel?

Siehst du Pickel oder Cellulite?

Beurteilst du den Körper?

Beurteilst du das Verhalten?

 

Hast du dich schon mal gefragt, ob du den Menschen vor dir eigentlich wirklich siehst?

Hast du dir schon mal gewünscht, einen Menschen besser zu verstehen, besser kennenzulernen?

 

Was glaubst du, würde passieren, wenn wir Menschen uns alle wirklich sehen würden?

Wenn wir den anderen in seiner Einzigartigkeit sehen könnten, ohne zu beurteilen?

Ohne in Schubladen zu stecken oder zu überprüfen, ob es unserer Vorstellung entspricht.

 

Es ist auch nicht schlimm, wenn wir das so machen.

Unser Gehirn steckt ständig alles in Schubladen, versucht zu ordnen, zu verstehen.

Und wir haben es ja auch nie anders gelernt.

 

Was wäre, wenn wir uns erlauben würden, uns einander zu sehen.

Was wäre, wenn wir bereit wären, wirklich hinzusehen und wirklich gesehen zu werden.

 

Ich weiß, es erfordert Mut das Urteilen loszulassen, das Vergleichen loszulassen.

Und es erfordert Mut uns zu zeigen, uns wirklich sehen zu lassen.

Was wäre, wenn wir den Mut haben, uns andere Fragen zu stellen?

Den Mut neue Fragen zu stellen?

 

Siehst du die Person vor dir wirklich?

Siehst du, dass du diese Person mit keiner anderen vergleichen kannst?

Siehst du die Feinheiten?

Bist du bereit hinzusehen, was diesen Mensch einzigartig macht?

Was ihn von der Norm unterscheidet, anstatt wo er hineinpasst?

 

Siehst du, ob die Mundwinkel beim Reden gleich weit nach oben gehen?

Oder mit wie viel Liebe sie Ihre Frisur gemacht hat?

Siehst du die kleinen schönen Falten beim Nachdenken?

Siehst du das Funkeln, wenn er begeistert ist?

Bist du bereit neu zu lauschen, welche einzigartige Stimme sie hat?

Siehst du wie ihre Augen strahlen?

Was sich in seiner Pupille spiegelt?

Siehst du, wie bunt der Mensch vor dir ist?

Siehst du wie stark und verletzlich zugleich Menschen sind?

Spürst du wie es ihr geht?

Spürst du, was dieser Mensch gerade fühlt?

Bist du bereit einzutauchen und die Welt aus seinen Augen zu sehen?

Bist du bereit deine Augen aufzumachen?

 

Siehst du das Wunder vor dir?

In jedem einzelnen von uns?

 

„I see you“

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