DER TANZ
MIT MEINEN
DÄMONEN

Wie besessen – kreisen meine Gedanken.

Unkontrolliert und pausenlos, immer weiter und weiter.

Fast unbemerkt legt sich ein dunkler Schatten meiner Zweifel und Ängste immer weiter über mich.
Immer lauter und lauter höre ich die Stimmen in mir:

Das kannst du dir nicht gefallen lassen!

Lass das nicht auf dir sitzen!

So hat dich niemand zu behandeln!

Sie sind schuld, nicht du!

Du musst es ihnen zeigen, ihnen heimzahlen, dich rächen!

Lass es sie spüren, sie sollen es büßen.
 

Ruhe? Verständnis? Klare Gedanken?

Nein! In mir glüht und brodelt es.
Wie fremdgesteuert – spinnen sich Ideen der Rache und Missgunst in meinem Kopf zusammen.

Verwegene Pläne, die Dinge zu meinen Gunsten selbst in die Hand zu nehmen.
So verlockend ist der Reiz, meinen tiefsten Schmerz auf unmoralischen Wegen zu lindern,

dass er mich meine Angst vor diesem dunklen, unheimlichen Teil in mir beinahe nicht spüren lässt.
Mein Blick, messerscharf. Mein Mund, staubtrocken.

Verschwommen kann ich wahrnehmen, wie das Blut durch meine Adern rauscht,

während ich versuche Ruhe zu bewahren.

Keinesfalls kann ich diesen unkontrollierten, unbedachten Impulsen nachgeben,

die aus dieser angsteinflößenden, unheimlichen Tiefe in mir stammen.

Und doch süß ist der Ruf, verlockend die Idee, egoistisch und gewissenlos mein Leid zu lindern.

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Was sich hier anhört, wie der Anfang eines schlechten Films, spielt sich in Wahrheit in unseren Köpfen ab. In jedem einzelnen von uns, tausendfach während eines Lebens. Mal lauter, mal leiser. Mal bewusster, mal, ohne dass wir es mitbekommen. Mal können wir besser widerstehen, mal schlechter. Glaubst du nicht?

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Weißt du, wie es sich anfühlt,
wenn die Last leichter wird,

sobald du jemanden gefunden hast,
dem du die Schuld dafür geben kannst,

dass es dir gerade nicht gut geht?
 

Kennst du Momente,
wo du denkst, dass es für dich leichter wäre,
wenn dein Gegenüber wenigstens genauso leiden würde?

Denkst du manchmal,
andere hätten es verdient,
genauso schlecht behandelt zu werden wie sie dich behandeln?

 

Ertappst du dich hin und wieder dabei,
wie du dich leichter fühlst, wenn du über jemanden lästerst,
oder schimpfst, der dich enttäuscht hat?

 

Kennst du Schadenfreude,
wenn jemand etwas nicht schafft,
was du auch nicht geschafft hast?

 

Hast du dich schon mal schlagartig besser gefühlt,
als du erfahren hast, dass es einem Menschen,
der dich sehr verletzt hat, nicht so gut geht?

 

Hast du dich wiedererkannt? Auch wenn wir es nicht sehen oder gar wahrhaben wollen, kennen die allermeisten von uns solche oder ähnliche Situationen. Situationen, in denen die Dämonen in uns um die Oberhand ringen, uns kontrollieren und führen wollen. Hört sich spooky an? Von mir aus. Lass uns trotzdem mal genauer hinsehen, was diese Dämonen in uns sind und was sie von uns wollen.

Tief in jedem von uns schlummert eine Schattenwelt. Bei manchen ist sie größer, bei manchen kleiner. Eine eigene Welt, in einem Raum, der in der Dunkelheit des Unterbewusstseins vergraben liegt. Im Laufe unseres Lebens haben wir dort all unsere Erfahrungen, Gefühle, und Eigenschaften versteckt, die wir nicht haben oder sehen mochten. Ein großes rotes X haben wir darauf gezeichnet, um auch ja nicht auf die Idee zu kommen, dort nochmal reinzusehen. Selbst wenn wir uns bereits mit uns beschäftigt haben, ist dieser Raum oft schwer zu finden und zu entlarven, weil wir uns gar nicht bewusst darüber sind, diesen zu haben.

 

Und die Dämonen? Die Dämonen sind die Bewohner dieser Welt, die Schattenbewohner in dir. Um der Dunkelheit zu entfliehen, meldet sich dein Schatten aus dem Unterbewusstsein, indem er dir deine Dämonen ans Tageslicht schickt. Einzelne Dämonen, zu einzelnen Themen, die du wieder ins Licht holen darfst. Dämonen können sich zum Beispiel in Form von Schuld, Wut, Scham, Hass, Neid, Verachtung oder Rache zeigen.
 

Jedes Gefühl, das du ablehnst, ist ein Dämon aus deinem Schatten, der früher oder später ans Licht kommt. Jede Verletzung, die du noch nicht bereit warst zu heilen, kann einer deiner Dämonen sein. Jeder Trigger, auf den du reagierst, ist dein Schatten, der sich meldet. Selbst dein unentdecktes Potenzial, deine guten Eigenschaften, die du noch nicht lebst, verstecken sich in deinem Schatten.

 

Kannst du dich noch an die ersten Zeilen erinnern? Ließ sie dir sonst gerne nochmal durch.

 

Wir können unsere Schatten erleben, als wären wir von einem Dämon besessen, wenn wir nicht bereit sind hinzusehen, was gerade wirklich los ist. Wir können aber auch Licht ins Dunkle bringen und unseren Schatten heilen. Wir können unseren Dämonen das Grauen nehmen und sie zu unseren Verbündeten machen.
 

Denn: Ein Schatten ist NIE im Außen. Er ist IMMER in uns. Geile Nachricht, oder? Somit können wir nämlich jederzeit komplett unabhängig von der Situation im Außen entscheiden, ob wir diesen Teil von uns jetzt heilen wollen.

Aber Achtung: Sei bitte liebevoll zu dir, achte auf dein Gefühl und überstürze nichts. Du darfst es langsam angehen – wir haben es hier mit dem Teil in dir zu tun, den du auf Biegen und Brechen versucht hast zu verstecken. Frag dich, ob du dafür gerade bereit bist. Lass dir Zeit, höre genau hin, sei neugierig, geh spielerisch an deinen Schatten heran. Und wenn du ein Nein verspürst, höre auf dich, achte deine Grenzen. Wenn du ein Ja verspürst: Tanze mit deinen Dämonen.

THE WAY TO FIND THE DEMON IN ME

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SEE IT
Lade einen deiner Dämonen ein sich zu zeigen, welcher auch immer gerade präsent ist. Locke ihn aus seiner Schattenwelt. Schau dort hin, wo du bisher weggeschaut hast. Kein Dämon – und auch sonst niemand – kann sich dir zeigen, wenn du nicht bereit bist hinzusehen.

OWN IT
Mach ihn zu deinem. Nimm ihn an, sei bereit ihn so anzunehmen, wie er sich gerade zeigt. Du darfst vertrauen in dich haben. Und dein Dämon ist ein Teil von dir, also darfst du auch Vertrauen in ihn haben. Gib ihm gerne einen Namen, überlege dir ein Gesicht. Mach ihn greifbar, kreiere ein Bild, damit du weißt, mit wem du da zu tun hast.

FEEL IT
Tauche in die Welt deines Dämons ein. Nimm mal seine Position ein. Versuche dich und deine Situation aus seinen Augen zu sehen. Wovor möchte er dich schützen? Was möchte er dir sagen? Wie fühlt er sich? Was fehlt ihm, um ruhiger werden zu können? Was braucht er von dir, um mit, statt gegen dich zu arbeiten? Fühle seinen Schmerz.

LOVE IT
Gib deinem Dämon Platz. Gib ihm, was er braucht, was er wirklich braucht. Lass dich nicht vom ersten Impuls verarschen, denn kein Dämon, der heilen darf, braucht Bestätigung, Schadenfreude oder Leid eines anderen. Höre hin, spüre hinein, was dein Dämon wirklich braucht, um ruhig werden zu können. Liebe? Dann schenk ihm Liebe. Vertrauen, dass du ihn nicht wieder in den Schatten schickst? Dann schenk ihm jeden Tag ein paar Minuten deiner Zeit und baue Vertrauen auf. Lerne, mit deinem Dämon zu tanzen. 

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