WOVOR

HAST DU ANGST?

Artikel: Wovor hast du Angst_rawandnaked

Das Monster unter dem Bett, die Dunkelheit beim Einschlafen, die kleinen Krabbeltiere mit den haarigen Beinen … Kinder wissen ganz genau, wovor sie Angst haben. Was ihnen eine Gänsehaut über den Körper sausen lässt. Was sie zum Weinen, zum Schreien bringt. Und das, sagen sie ganz ehrlich heraus. Ohne Filter. Ohne Scheu. Sie haben keine Angst, ihre Angst zu zeigen. Warum sollten sie auch?

 

Wenn Kinder allmählich älter werden, fangen sie an, ihre Angst Stück für Stück zu verstecken. Sie packen Filter, Masken drüber, damit sie ja keiner entlarvt. Keiner soll es sehen, denn sie sind ja mutig, stark und nichts kann sie erschüttern. So scheint es. Doch sie spüren und wissen es ganz genau - eins macht ihnen besonders Angst: Die Angst. Denn aus den einstigen Monstern unterm Bett, der Dunkelheit, den kleinen Krabbeltieren ist irgendwie etwas anderes geworden, was Neues, Unbekanntes, Großes. Plötzlich ist die Angst überall und sie ist nicht mehr so einfach, so leicht. Und irgendwie scheint sie sich zu multiplizieren?

Da ist die Angst, falsche Dinge zu sagen oder zu tun.

Angst, falsch zu sein.

Angst, sich zu blamieren.

Angst, zu versagen.

Angst, anders aussehen.

Angst, anders zu sein.

Angst, mutig zu sein.

Angst, ehrlich zu sein.

Angst vor der Vergangenheit, der Gegenwart, der Zukunft.

Angst, zu leben.

So viel Angst, wo kommt die nur her? Und was ist das überhaupt, dieses unangenehme Gefühl in mir? Keiner weiß es und will es auch nicht wissen.

 

Und so fangen sie an, die Angst zu verstecken, nicht mehr darüber zu reden, sie zu vergessen. Und wenn sie sie dann doch fühlen – und das tun sie täglich - lachen sie sie einfach weg oder lenken sich ab. Denn was man nicht weiß, macht einen nicht heiß. Oder am besten gar nicht hingucken, dann geht es von allein weg. Und die beste aller Strategien: Ablenkung. Ganz viel Ablenkung. Aber auch Verleugnen ist sehr gut. Einfach nicht mehr eingestehen, sich nicht damit beschäftigen, sie einfach vergessen. Wer hat Angst vorm schwarzen Mann? Niemand.

Und so füllt sich die Büchse der Pandora.
Unterdrückt. Ungesehen. Verstaubt im tiefsten Unterbewusstsein.

Doch so ganz gehen diese Strategien nicht wirklich auf. Denn eins sollte man nie unterschätzen: Die Superkraft der Angst. Denn Angst lässt sich nicht so einfach ignorieren, in Kästen verstecken oder hinter Türen abschließen. Sie findet immer ihren Weg. Da ist sie sehr gewitzt. In den Nächten, in den Träumen, kannst du sie sehen. Du kannst sie fühlen, in der Luft. Du kannst sie wahrnehmen, in den Augen jeder Person. Du kannst sie hören, in jeder Unterhaltung. Du kannst sie erkennen, in den Handlungen der Menschen. Und auch in deinen eigenen.

 

Die Büchse der Pandora strahlt immer. Durch ihre Ritzen und Risse findet die Angst ihren Weg. Und das Kernzentrum der Büchse strahlt immer aus – wie ein kleiner Kernreaktor. Und die Strahlen haben es in sich – sie übernehmen das ganze System. Sie hacken sich ins Unterbewusstsein ein und weben sich fest. Du denkst, du hättest deine Ängste gut versteckt? Nicht mit der Büchse der Pandora. Sie weiß ganz genau, wie das Spiel funktioniert.

Liebe oder Angst – das sind die Spielregeln

Ganz oft glauben wir, dass wir bewusst handeln. Dass wir bewusst Entscheidungen treffen. Dass wir Dinge tun, weil wir sie von ganzem Herzen wollen. Aber ist das wirklich so?

 

Oder gibt es vielleicht auch Dinge, die wir tun, weil wir ganz einfach Angst haben? Weil wir Angst haben, wenn wir diese Dinge nicht tun würden, dass etwas Schlimmes passieren könnte. Dass etwas passieren könnte, was wir überhaupt nicht wollen - weil wir Angst davor haben.

Anders gefragt: Kann es sein, dass wir Dinge nur tun, um der Angst zu entgehen? Und dass ganz unbewusst? Klingt komisch, oder? Aber lass uns mal genauer hinschauen. Und dafür brauchen wir ein Praxisbeispiel - hier einmal ein Klassiker:  

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Wir gehen zur Arbeit - jeden Tag. Und eigentlich mögen wir diese Arbeit nicht so wirklich.  Wir wissen ganz genau, im tiefsten Herzen, dass uns diese Arbeit nicht glücklich macht. Dass ein anderer Job, eine andere Tätigkeit uns mehr erfüllen, mehr strahlen ließe. Aber wir gehen dieser Arbeit in den meisten Fällen trotzdem nach. Und dahinter steckt oft eins: Angst. Und in diesem Fall kann die Angst sehr vielfältig sein:

Da ist die Angst, neue Wege zu gehen. Etwas zu wagen.

Angst vor Veränderungen. Angst vor Mut.

Angst, davor, was die anderen Menschen sagen, denken könnten.

Angst, nicht mehr sicher zu sein. Kein Geld mehr zu verdienen oder weniger Geld.

Angst, sein Haus, Auto oder Familie zu verlieren. Einfach Angst vor den Konsequenzen.

Angst, nicht mehr sicher zu sein. Die Kontrolle zu verlieren. Existenzängste.

Angst, nicht gut genug für, was Neues zu sein.

Angst, zu versagen, zu fallen, zu verlieren.

Angst. Da ist pure Angst in verschiedenen Formen. Und so gehen wir weiter zur Arbeit. Eine Entscheidung aus Angst. Aus Angst vor der Angst. Wir gehen weiterhin zur Arbeit, weil wir ganz tief in uns drin Angst haben. Und das wollen wir uns aber nicht eingestehen. Wir suchen Ausreden, um unser Handeln zu rechtfertigen. Denn so haben wir es immer getan. Eine perfekte Strategie. Und schon hören wir uns sagen:

Ich fühl mich eigentlich ganz wohl hier auf der Arbeit.

Und das Gehalt ist mega, so viel würde ich woanders nicht verdienen.

Erst einmal muss ich meine Kredite abbezahlen und dann suche ich mir etwas Neues.

Der Arbeitsmarkt ist gerade so schlecht. Ich warte noch, nächstes Jahr vielleicht.

Ich klage auf hohem Niveau, so schlimm ist es hier jetzt auch nicht.

Für das, was ich wirklich machen möchte, fehlen mir die Qualifikationen.

Doch was steckt wirklich hinter diesen Sätzen? Angst. Pure nackte Angst: Verleugnen, Dinge schönreden, nicht genau hingucken, Verschieben, in Schockstarre verfallen, sind alles nur Strategien. Strategien, um der Angst zu entgehen. Der Angst, die Komfortzone zu verlassen, sich seine Wünsche und Träume einzugestehen, etwas Neues zu wagen, Mut aufzubringen, sein Leben selbst zu kreieren, in seine eigene Stärke zu gehen.  

 

Um es noch tiefer runterzubrechen: Das ist die Angst vor der Angst. Wir haben Angst, unserer eigenen Angst zu begegnen, sie zu fühlen, sie zu spüren. Ihr direkt in die Augen zu schauen.

 

Und was soll ich sagen? Strategien, Masken aufsetzen und seine Angst verstecken, mag die Büchse der Pandora irgendwie nicht so gerne. Sie kann schlucken, ja sehr lange schlucken und deine tiefsten Ängste in sich hineinpressen und verstecken. Aber irgendwann knallt es. Und die Büchse springt vor lauter Strahlen und Druck auf. Und die Angst flutet dein System komplett. Burnout, Depressionen sind nur einige Formen ihrer Radioaktivität.

 

Warum die Angst verstecken? Warum nicht wieder Kind sein können und die Angst mit Leichtigkeit nehmen. Sie so zu nehmen, wie sie ist.

 

Warum der Angst erst begegnen, wenn die Büchse knallt? Warum nicht jetzt schon schauen, was in ihr steckt? Und deine Ängste Stück für Stück entdecken – mit Liebe und Freude?     

Wovor hast DU Angst?

Weißt du, welche Ängste du vor langer Zeit hinter deinen Türen verschlossen hast? Welche Ängste du versuchst zu verstecken? Und welche Ängste strahlen in deiner Büchse der Pandora?

 

Was ist deine größte Angst im Leben? Und was sind die kleinen? Weißt du es?

 

Schau einmal genauer hin: Was tust du in deinem Leben aus Angst und was aus Liebe? Welche Entscheidungen triffst du wirklich bewusst aus Liebe?

Viel Spaß beim Entdecken der Dark Side
Love xxx Stephanie