Weißt du eigentlich, wie viele Konzepte in deinem Kopf herumschwirren? Zu allem und jedem hast du eine Idee, eine Vorstellung, ein Konzept im Kopf. Und es läuft alles automatisch. Die Konzepte machen sich von allein bemerkbar, zeigen sich, ploppen auf, wann sie wollen. Dafür musst du nichts tun. Es läuft alles im Unterbewusstsein ab. Wie eine Maschinerie – ohne dass du es bemerkst.  

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IT´S ALL IN YOUR HEAD

Du siehst etwas …

... schon fängt dein Kopf an, die Synapsen zu verbinden. Öffnet seine Schubladen und schaut, in welche er das, was du gerade vor dir siehst, stecken kann. Dabei geht er ganz systematisch vor: Haben wir sowas schon mal erlebt? Welche Gefühle hatten wir damals dabei? Fanden wir das gut oder nicht? Ah, da ist die passende Schublade ja schon! All die Erlebnisse, die darin bereits gespeichert sind, passen einfach perfekt mit dieser Situation überein. Und das Geniale ist: Die Schublade hat auch gleich die passende Gebrauchsanweisung für dieses Ereignis parat. In Situation XY habe ich damals so reagiert, das gesagt, das gefühlt, so gehandelt … dann tue ich das jetzt auch. Und zack, reagieren wir automatisch auf das Gesehene – ganz unbewusst.   

Du riechst, schmeckst, hörst etwas …

... und die Maschinerie im Kopf startet. Und die ist meistens ultraschnell. Nur ein kurzer Geruch, ein Geschmack, ein Song, reicht aus und dein Kopf ruft auf Knopfdruck alte Erinnerungen ab. Die Schublade wird in einer Millisekunde geöffnet. Eine Komposition aus Bildern und Gefühlen rauschen durch dir hindurch. Und du reagierst: Mag ich oder mag ich nicht. 

Du fühlst etwas ... im Außen:

Der kalte Wind auf deinem Gesicht, der nasse Regen auf deiner Haut, die leichte Berührung eines Unbekannten, die frisch gewaschene Bettwäsche auf deinem Körper, die Wölbungen auf deinem Bein – nehmen wir diese Dinge wirklich bewusst wahr – ohne uns gleich eine Geschichte im Kopf dazu zu erzählen? Ohne zu bewerten, zu kommentieren, es mit irgendetwas Altem zu verbinden. Nehmen wir es wahr, echt, unberührt, pur?

Du fühlst etwas ... im Innen:

Ein Gefühl kommt hoch. Der Kopf springt an. Er unterscheidet blitzschnell in gutes Gefühl oder schlechtes Gefühl. Gute Gefühle liebt er, möchte sie am liebsten für immer festhalten. Man kann sagen: Unser Kopf ist ein echter Positiv-Vibes-Junkie. Das ist seine liebste Schublade. Schlechte Gefühle sind nicht so sein Ding. Und er hat viele Strategien entwickelt, um sie nicht fühlen zu müssen: Handy, Filme, Serien, Feiern, Alkohol, mit Freunden treffen, Shopping, Essen – sein Repertoire an Ablenkungsstrategie in seinen Schubladen ist gigantisch. Doch seien wir mal ehrlich, ist ein Gefühl nicht einfach nur ein Gefühl? Mehr nicht. Egal ob positiv oder negativ. Einfach nur ein Gefühl. Und warum unterscheiden, bewerten, einteilen – fängt da nicht erst das Dilemma an? Im Kopf? Im Konzept? In den Schubladen?

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Welche Geschichte erzählst du dir immer und immer wieder?

Welche Konzepte fahren wie ein Betriebssystem im Hintergrund in deinem Körper hoch?

Auf welche Schubladen greift dein Gehirn zurück?

Kannst du es entdecken, es beobachten, es entlarven?

Jeden Tag, jede Minute, jede Sekunde hast du die Chance alles ganz klar zu sehen.

In jedem Gespräch, jedem Geruch, jedem Geräusch, in jeder Person, in jedem Gefühl.

In jedem Moment.

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